Nach einer Operation kann es infolge der normalen Bewegung zu einer proximalen Lockerung und einer Verringerung der Knochendichte (Stress Shielding) und dadurch zu einem anormalen Belastungsprofil kommen. Bei der
Ermüdungsprüfung von Hüftgelenksimplantaten wird die Dauerfestigkeit der Implantate durch Simulation der dynamischen Belastungen beim Gehen untersucht.
Für die Prüfung sowohl unter anormalen als auch unter normalen Ermüdungsbelastungen wurden ISO-Normen festgelegt.
- ISO 7206-4: enthält Anforderungen für die Simulation der Belastungen nach Auftreten einer proximalen Lockerung. Die Einleitung der Belastungen erfolgt über den Femurkopf des Hüftgelenksimplantates, um Druck-, Biege und Torsionsspannungen zu erzeugen.
- ISO 7206-6: befasst sich mit der Untersuchung der Ermüdung des Implantathalses. Dies entspricht eher einem korrekt befestigten Implantat, das normalen In-Vivo-Belastungen unterliegt.
- ISO 7206-8: spezifiziert die Dauerfestigkeit des Implantats bei Einleitung einer Torsionsbelastung
Mit unserer Prüfvorrichtung für Femur-Ermüdungsprüfungen können die Prüfanforderungen der ISO erfüllt und übertroffen werden. Die Vorrichtung umfasst einen reibungsarmen Lasteinleitungskopf und Adapter zur Montage an einem Ermüdungsprüfsystem 8872 bzw. einem elektromechanischen Prüfsystems ElectroPuls™. Die Prüfvorrichtung kann problemlos an andere Prüfmaschinen und Prüfaufbauten angepasst werden. Der flexible Probenhalter eignet sich für eine Vielzahl von Hüftgeometrien, Versatzwinkeln, Einbettungsmaterialien und Einbettungstiefen. Die Proben werden im Halter mit einer optionalen Einbettungsvorrichtung eingegossen, damit die korrekte Ausrichtung beim Eingießen aufrecht erhalten wird.
Außerdem kann zur umfassenden In-Vivo-Simulation eine kleine Klimakammer an der Vorrichtung montiert werden.