Mit diesem Verfahren wird die
Weiterreißfestigkeit
von Kunststofffilmen und -folien mit einer Dicke unter 1 mm mit Hilfe eines standardisierten, hosenförmigen Probenkörpers bestimmt. Das Prüfverfahren nach ISO 6383-1 ist geeignet für:
- Filme und dünne Bleche aus flexiblen und steifen Werkstoffen, sofern das Material nicht so steif ist, dass während der Prüfung ein Sprödbruch auftritt.
Prinzipiell werden die Proben dabei sorgfältig eingespannt und die Beine der Probe so ausgerichtet, dass die Hauptachse mit einer gedachten Verbindungslinie zwischen den Mittelpunkten der Spannköpfen übereinstimmt. Die Probe wird dann gleichmäßig bis zum Versagen auseinandergezogen. Während sich der Riss durch die gesamte nicht geschlitzte Länge der Probe ausbreitet, wird die Kraft aufgezeichnet. Die mittlere Kraft, die erforderlich ist, um die Probe über ihre gesamte Länge zu zerreißen, wird verwendet, um die Reißfestigkeit des Werkstoffes zu bestimmen.
Bei diesem Versuch werden zum Spannen des Probenmaterials
Schraubspannzeuge
bzw.
pneumatische Spannzeuge
mit gummibeschichteten Spannbacken verwendet, eingebaut in einer
Zugprüfmaschine
, normalerweise einer
Einsäulen-
oder
Zweisäulen-Maschine
in Tischausführung. Mit Hilfe von Materialprüfsoftware wie z.B. Bluehill® 2, können Probendaten eingegeben, der gewünschte Prüfablauf vorgegeben, automatisch die benötigten Ergebnisse und Statistiken berechnet und ein Prüfprotokoll erstellt werden - und zwar entsprechend den Vorgaben der Norm.
Weitere Informationen zur Prüfeinrichtung und zu den Anforderungen hinsichtlich der Versuchsergebnisse finden sich in der ISO 6383-1.