Der Grab-Zugversuch wird bei gewebten und nicht gewebten Textilien eingesetzt, während der modifizierte Grab-Zugversuch im Wesentlichen bei gewebten Textilien angewendet wird. Der Grab-Zugversuch ist ein Prüfverfahren, bei dem die Probe im mittleren Teil der Probenbreite vom Spannzeug erfasst wird. Die Proben haben eine Größe von 100 mm x 150 mm Länge (min.). Es wird eine Linie parallel zur Längsrichtung gezogen, die von der Kante der Probe aus nach innen gelegen ist. Der modifizierte Grab-Zugversuch ist ähnlich. Dabei werden jedoch seitliche Schnitte in die Proben eingebracht, mit Ausnahme der mittleren 25 mm (für die Prüfung nasser Textilien gelten andere Spezifikationen). Bei allen Prüfungen wird die Probe bis zum Bruch mit einer Geschwindigkeit von 300 mm/min auseinander gezogen. Als Prüfergebnisse werden mit dieser Prüfung Bruchfestigkeit (Höchstkraft) und Dehnung bestimmt.
Für diese Prüfungen kann zwar ein manuelles Spannzeug eingesetzt werden, viele Anwender bevorzugen jedoch ein pneumatisches Spannzeug, das höhere Bedienerfreundlichkeit, bessere Produktivität und bessere Wiederholbarkeit bietet. Ein pneumatisches Spannzeug ermöglicht die Vorgabe eines bestimmten Spanndrucks, während ein manuelles Spannzeug vom einzelnen Bediener abhängig ist (wobei die Klemmkraft von einem Bediener zum nächsten unter Umständen weniger wiederholbar ist). Für Grab-Zugversuche sind Klemmbackeneinsätze von 25 mm x 25 mm (bzw. 50- mm-Größen) spezifiziert (für den unteren Spannkopf werden größere Einsätze empfohlen), während für modifizierte Grab-Zugversuche je ein Satz Klemmbackeneinsätze mit einer Größe von 25 mm x 50 mm UND 50 x 50 mm benötigt wird.
Außerdem hat sich gezeigt, dass der Spanndruck und die Ausrichtung der Probe bei diesen Prüfungen sehr wichtig sind. Ein zu hoher Spanndruck kann dazu führen, dass die Probe zu früh bricht, während ein zu niedriger Spanndruck zum Rutschen der Probe oder zum Bruch der Probe an den oder in der Nähe der Klemmbackeneinsätzen führt. Eine geeignete Software spielt bei diesen Prüfungen eine wichtige Rolle: sie sorgt für die korrekte Vorlast oder Vorspannung der Probe, wenn das Spannzeug geschlossen wird, und zieht die Probe straff, wenn diese bei Beginn der Prüfung zu locker im Spannzeug sitzt.