Die Prüfung von Weichgewebe und Biomaterialien in der Biomedizin stellt ganz besondere Herausforderungen. Weichgewebe wie z.B. Haut oder Collagen sind häufig empfindliche Proben mit niedrigen Bruchfestigkeitswerten und erfordern ein Prüfsystem, das kleine Kräfte und kleine Wege bei Zug-, Druck-, Biege- und Ermüdungsprüfungen mit hoher Empfindlichkeit messen kann. Auch die Einspannung kann bei Geweben aufgrund ihrer Größe, ihrer Empfindlichkeit und der Tatsache, dass bei der Prüfung häufig In-Vivo-Bedingungen simuliert werden müssen, extrem problematisch sein. Durch die In-Vitro-Prüfung wird sichergestellt, dass die mechanischen Eigenschaften natürlicher Gewebe aufrechterhalten und biotechnisch hergestellte Gewebe in einer realistischen Umgebung geprüft werden.
Unser temperaturgeregeltes Bad ist mit einer pneumatischen Hebe- und Senkvorrichtung ausgestattet, die ein einfaches Einspannen der Prüfobjekte in das Spannzeug ermöglicht und ein Verschütten der Lösung im Prüfraum verhindert. Das tauchbare pneumatische Spannzeug wird über einen Fußschalter bedient. Dadurch hat der Bediener die Hände frei zum problemlosen Einspannen von weichen, nachgiebigen Proben. Außerdem ist der Spanndruck des Spannzeugs einstellbar, so dass mit einem einzigen Spannzeug eine Vielzahl von Proben abgedeckt werden kann. Hydrogele und Weichgewebe zum Beispiel erfordern einen niedrigeren Spanndruck als steife Kunststoffe oder Metalldraht, damit diese Proben nicht im Spannzeug reißen. Außerdem sorgt ein pneumatisches Spannzeug für einen gleichbleibenden Spanndruck während der gesamten Prüfung und verhindert oder minimiert das Rutschen der Probe.
Das Spannzeug kann von den tauchbaren Zugstangen demontiert werden, so dass eine Vielzahl anderer tauchbarer Vorrichtungen montiert werden kann - z.B. Druckplatten, Biegevorrichtungen oder eine kundenspezifische Spannvorrichtung.